Die meisten Welcome-Flows geben nach 7 Tagen auf. Und genau das ist das Problem. Denn Adam Kitchen von Magnet Monster hat in Post-Purchase-Umfragen immer wieder dasselbe beobachtet: Viele Kunden kennen eine Marke schon Wochen oder Monate, bevor sie zum ersten Mal kaufen. Wer nach einer Woche abschreibt, wirft warme Leads weg.
What separates good marketers from bad marketers? The ability to understand, contextualise and action data.
Kitchen zerlegt die Customer Journey in drei Phasen und zeigt für jede, welche Daten Du nutzen solltest. Pre-Purchase: Ziel ist Vertrauen aufbauen und konvertieren. Weil die Nurturing-Phase oft viel länger dauert als gedacht, plädiert er für geduldigere Welcome-Serien, längeres Campaign-Retargeting (solange jemand öffnet und klickt, ist er fair game) und einen nicht zu hastigen Sunset. Menschen mit null Engagement über 2–3 Monate dürfen raus – aber nicht jeder, der nicht sofort kauft.
Post-Purchase: Hier geht es nicht um die Wiederkaufrate allein, sondern um den Lifetime Value, idealerweise in einem 60- oder 90-Tage-Fenster. Kitchen schaut sich Kohorten-Charts nach Produkt und Kanal an – und stellt oft fest, dass das Haupt-Akquiseprodukt langfristig gar nicht die höchste Marge bringt. Diese Erkenntnis sollte Akquise-Funnel, Brand-Marketing und die Frequenz der Kommunikation steuern.
Churn Risk: Die entscheidende Frage lautet: „Wann lohnt es sich nicht mehr, jemanden erneut anzusprechen?” Ausschließen würde Kitchen nur zwei Gruppen – Leute mit einer vernichtenden Review und komplett Unresponsive über alle Kanäle. Sein wichtigster Punkt: Wer über E-Mail abwandert, ist nicht automatisch als Kunde verloren. Deshalb baut er Retention-Kanäle parallel auf (E-Mail, SMS, im Zweifel Direct Mail), damit ein Kanal den anderen auffängt.
Das ist übrigens ziemlich genau Baustein 6 meines 10-Bricks-Modells: Marketing Automation entfaltet ihren größten Hebel erst zusammen mit Segmentierung und sauberen Daten. Was Kitchen hier beschreibt, deckt sich mit unseren Erfahrungen – die spannendsten Steuerungssignale liegen in den Daten, die die meisten Shops schon haben, aber nie auswerten.
Die vollständige Anleitung mit den Kohorten-Charts findest Du im Originalartikel. Kurz: Wenn Du Flows nicht länger nach Bauchgefühl, sondern nach echten Journey-Daten bauen willst, lohnt sich das Original – vor allem für Shops mit genug Bestellhistorie, um Kohorten sinnvoll zu schneiden.