Öffnungsraten um bis zu 21 Prozent steigern — einfach dadurch, dass Dein Logo neben dem Absendernamen im Posteingang erscheint. Das klingt nach einem dieser Versprechen, die dann nie halten, was sie versprechen. BIMI ist anders.

Daniel Deneweth, Head of Email Deliverability Services bei Oracle, zeigt in seinem Artikel den aktuellen Stand des BIMI-Standards — und erklärt, was sich durch Bewegungen von Google und Apple in den letzten Jahren grundlegend verändert hat.

Was BIMI überhaupt ist

BIMI steht für Brand Indicators for Message Identification und wurde 2019 mit einer einfachen Logik eingeführt: Vollständige E-Mail-Authentifizierung (SPF, DKIM, DMARC) ist Pflicht für gute Zustellbarkeit — aber trotzdem setzen sie viele Marken nicht korrekt um. Die Idee: Belohne Absender, die sich korrekt authentifizieren, mit einem sichtbaren Benefit. Nämlich dem eigenen Logo direkt im Posteingang.

Drei Vorteile entstehen daraus: kostenlose Marken-Impressionen (das Logo wird auch ohne Öffnung gesehen), mehr Vertrauen bei Empfängern, und — in frühen Studien — Öffnungsraten-Uplift.

Was sich 2024 verändert hat

Deneweth erklärt, dass Google jetzt neben den teuren Verified Mark Certificates (VMCs — erfordern eine eingetragene Marke) auch sogenannte Common Mark Certificates (CMCs) akzeptiert. CMCs sind günstiger, schneller verfügbar und setzen keine Markenanmeldung voraus — nur ein Jahr nachweislicher Logo-Nutzung. Das öffnet BIMI für deutlich mehr Unternehmen.

Yahoo und AOL gehen noch weiter: Die verlangen gar keine Zertifikate, solange eine DMARC-Policy mit p=quarantine oder p=reject vorliegt. Und Apple hat mit “Branded Mail in Apple Business Connect” seinen eigenen Weg gewählt — ohne externe Zertifikate, dafür mit eigenem Verifikationsprozess.

Das Ergebnis: Mit BIMI korrekt eingerichtet erscheint Dein Logo bei über 90 Prozent(!!!) aller versendeten Mails im Posteingang — gemessen am E-Mail-Client-Marktanteil. Vor den jüngsten Änderungen waren es gerade mal 33 %.

Brands that don't implement BIMI should expect to see their open rates decline because they'll look untrustworthy next to all the BIMI-enabled senders.

Die 6 Schritte zur BIMI-Einrichtung

Deneweth beschreibt einen klaren Implementierungspfad, den ich hier nur grob anreiße (die Details im Original):

  1. SPF und DKIM korrekt einrichten
  2. DMARC mit restriktiver Policy (p=quarantine oder p=reject) auf Organisationsebene publizieren
  3. BIMI-Zertifikat besorgen (VMC oder CMC, je nach Postfachanbieter-Anforderungen)
  4. Logo als SVG-Datei formatieren und öffentlich hosten
  5. BIMI-TXT-Eintrag in den DNS-Record setzen
  6. Sender-Reputation dauerhaft pflegen — BIMI wird nur angezeigt, wenn die Reputation stimmt

Der Punkt, der in der Praxis am meisten Zeit kostet: DMARC auf Organisationsebene (also company.com, nicht nur das Subdomain-Level) mit einer restriktiven Policy einzurichten. Das erfordert Abstimmung zwischen Marketing und IT.

Das ist im Übrigen auch ein Punkt, den ich bei fast jedem Kunden-Onboarding anspreche. Die technische Basis — DKIM, SPF, DMARC — ist in Klaviyo zu einem guten Teil automatisiert. Aber DMARC auf die Policy-Ebene reject zu bringen ist oft noch ein offenes To-do. BIMI gibt Dir jetzt einen weiteren guten Grund, das endlich anzugehen.

Kurz: Wenn Du eine Marke mit mehr als 5.000 Kontakten betreibst und noch kein BIMI hast, lohnt sich der Originalartikel. Deneweth erklärt jeden Schritt verständlich, inklusive der Unterschiede zwischen Gmail, Yahoo, AOL und Apple.