Compliance ist nicht der sexy Teil des Retention-Marketings. Aber wer sie ignoriert, kassiert geblockte Mails, blacklistete SMS-Nummern, rechtliche Drohungen und eine abstürzende Absender-Reputation. Wiehan Britz von Magnet Monster dreht den Spieß um und behandelt Compliance als Wachstumswerkzeug statt als Pflichthaken.
Sein Kernargument, das ich zu 100 % teile: Schlechte Compliance senkt die Zustellbarkeit, erhöht Spam-Beschwerden, provoziert Carrier-Filter und Abmeldungen – und kostet damit direkt Umsatz.
Your list is your asset. Compliance protects it.
(Hinweis: Der Artikel ist ausdrücklich keine Rechtsberatung – bei Feinheiten immer den eigenen Datenschutz oder Anwalt einbeziehen. Das ist auch mein Standard-Rat.)
Auf der E-Mail-Seite nennt Wiehan sieben Essentials: immer Opt-in statt gekaufter Listen; sichtbarer Abmelde-Link in jeder Mail; Abmeldungen sofort respektieren; physische Geschäftsadresse im Footer (CAN-SPAM-Pflicht, Postfach reicht); nur an engagierte Empfänger senden (Sunset-Flow für Inaktive); transparent kommunizieren, wofür man sich anmeldet; Double-Opt-in dort, wo nötig – für EU/UK der sichere Weg.
Sein Klaviyo-Tipp dazu: Segment aus allen bauen, die seit 90 Tagen nicht geöffnet oder geklickt haben, und diese unterdrücken. Das ist Verteilerhygiene par excellence – „Niemals kalt auf den toten Rest des Verteilers” ist einer meiner Dauer-Merksätze.
Auf der SMS-Seite kommen acht Regeln dazu, die im deutschen Markt seltener auf dem Schirm sind: ausdrückliche schriftliche Einwilligung (nicht nur eine Checkbox); Opt-out-Hinweis in jeder Nachricht („Reply STOP”); Opt-outs kanalübergreifend respektieren; Marke in jeder Nachricht klar benennen; Quiet Hours einhalten (TCPA: keine Texts vor 8 oder nach 21 Uhr Ortszeit); SMS-Liste sauber segmentieren; Opt-in-Nachweis mit Zeitstempel speichern; Standard-Opt-out-Keywords wie STOP, UNSUBSCRIBE, CANCEL, END unterstützen.
Für global verkaufende Marken ergänzt Wiehan regionale Regeln: Kanada (CASL), EU/UK (DSGVO mit Double-Opt-in), Australien (strenger Vollzug). Im Zweifel über den Mindeststandard hinausgehen – besser sicher als abgemahnt.
Das ist übrigens Baustein 10 in meinem 10-Bricks-Modell: die Rechtslage. Meine Erfahrung deckt sich mit Wiehans Haltung – pragmatisch bleiben, aber die Basics kompromisslos sauber halten.
Lies das Original, es ist eine gut sortierte Checkliste zum Abhaken. Kurz: Wenn Du E-Mail und SMS betreibst und international verkaufst, gehört dieser Playbook-Artikel in Deine Lesezeichen.