87% der US-Konsumenten rechnen damit, dass Zölle ihre Preise steigen lassen. Und trotzdem: 52% planen in den nächsten 30 bis 60 Tagen einen größeren Kauf. Das klingt widersprüchlich – ist es aber nicht, wenn man genauer hinschaut.

Jake Cohen, VP of Insights and Strategy bei Klaviyo, hat seit Frühjahr 2025 wöchentlich Konsumentendaten gesammelt und ausgewertet. Das Ergebnis ist eine der interessantesten Datenserien, die ich seit Langem zur Kaufpsychologie gesehen habe. Keine Theorie, echte Zahlen – week by week.

Was die Daten zeigen

Das zentrale Bild der Consumer Pulse-Serie von April bis Juli 2025: Konsumenten adaptieren ihr Verhalten, statt es einzufrieren. 31% suchen aktiv nach Sales, 17% wechseln zu günstigeren Alternativen, 6% kaufen auf Vorrat. Nur gut jeder Fünfte verändert seine Gewohnheiten überhaupt nicht.

Das ist eine wichtige Botschaft für alle Marketer: Es findet keine allgemeine Kaufzurückhaltung statt. Es findet eine Verschiebung statt – hin zu bewussterem, strategischerem Konsum. Wer das als Chance versteht, gewinnt. Wer mit Panikrabatten antwortet, verspielt Marge.

The brands that win won't be the ones that shout the loudest. They'll be the ones that listen hardest—and respond in kind.

Ein paar der markantesten Datenpunkte aus der Serie:

Loyalität ist verfügbar – Im Mai 2025 lehnten sich 29% der Konsumenten stärker auf Treueprogramme ihrer Lieblingsmarken. Das ist ein klarer Signal: Wer Wert zeigt, bekommt Loyalität zurück.

“Made in USA” als Kaufargument – 42% der Konsumenten suchten laut einer Aprilerhebung explizit nach amerikanisch produzierten Produkten. Auf der Klaviyo-Plattform explodierten Betreffzeilen mit “American-made” um 48% innerhalb einer Woche.

Transparenz schlägt Rabatt – 49% der Konsumenten sagen, dass sie Preissteigerungen eher akzeptieren, wenn Marken offen kommunizieren, warum die Preise steigen. 62% fordern generell mehr Klarheit bei Pricing und Lieferkette.

Preissensitivität ist real, aber nicht absolut – Drei von vier Konsumenten würden bei einer Preissteigerung von nur 5% zu einer günstigeren Marke wechseln. Gleichzeitig kauften 57% der Befragten während Prime Week und Fourth of July Sales – gut getimede Angebote funktionieren trotz allem.

Was das für Dein E-Mail-Marketing bedeutet

Cohen und sein Team geben konkrete Handlungsempfehlungen: Segmentiere nach Preissensitivität, nicht nur nach Interesse. Nutze Triggered Campaigns für hochwertige Browse-Signale. Plane Deine Weihnachtsstrategien früher als je zuvor – 66% der Konsumenten sagen, Zölle werden ihr Holiday Shopping beeinflussen.

Vor allem aber: Kommuniziere. Marken, die schweigen, verlieren. Die Daten zeigen, dass 80% der Konsumenten im April 2025 bemerkt haben, wie ihre Lieblingsmarken auf das Zollthema reagierten. Wenn Du nicht zur Gruppe gehörst, die kommuniziert – dann fällst Du in der Gruppe auf, die nicht kommuniziert.

Den vollständigen, rollierenden Datenbericht findest Du direkt bei Klaviyo. Der Artikel wird regelmäßig mit neuen Weekly-Daten aktualisiert. Kurz: Wenn Du im amerikanischen oder globalen E-Commerce aktiv bist und Deine Kampagnenstrategie an aktuelle Konsumentenstimmung anpassen willst, ist dieser Report Pflichtlektüre.