„Daten sind das neue Öl.” Diesen Satz hat man oft genug gehört. Aber die meisten E-Commerce-Brands behandeln ihr E-Mail-Marketing, als wäre es ein reiner Verkaufskanal – und lassen die wichtigste Forschungsmaschine, die sie haben, ungenutzt liegen.

Adam Kitchen von Magnet Monster nennt das einen vermeidbaren Wettbewerbsnachteil. Und er hat recht.

Data Enrichment Points: Das Konzept

Adam und sein Team setzen bei Kunden sogenannte „Data Enrichment Points” ein – strategisch platzierte Datenpunkte entlang der Customer Journey, die auf Autopilot gesammelt werden. Das Ziel: nicht nur E-Mail-Performance verbessern, sondern das gesamte Business datengetriebener machen.

Drei Phasen, drei Datenminen.

Email is much more than just a sales channel. It's time to start using it to its full potential.

Phase 1 – Pre-Purchase: Was will der Mensch wirklich?

Das Popup dient den meisten Shops nur zur E-Mail-Adresssammlung. Adam zeigt, warum das Potenzial damit kaum angekratzt ist. Mit mehrstufigen Formularen – z. B. nach Präferenz, Kaufabsicht, Interessen – lassen sich bereits beim ersten Kontakt wertvolle Zero-Party-Daten erheben.

Diese Daten speist du direkt in Klaviyo ein und kannst den Welcome-Flow sofort personalisieren: Wer sich für Produkt A interessiert, bekommt andere Inhalte als jemand mit Interesse an Produkt B.

Noch unterschätzt: Abgebrochene Warenkörbe als Datenquelle. Statt dem üblichen „Du hast etwas vergessen”-Button kann man Kunden direkt fragen, warum sie nicht gekauft haben – per klickbaren Buttons in der Abandoned-Cart-Mail. Die Antworten landen automatisch als Custom Properties in Klaviyo und erlauben gezielte Folgekommunikation.

Phase 2 – Post-Purchase: NPS als Frühwarnsystem

Nach dem Kauf ist vor dem nächsten Kauf – wenn man es richtig macht. Adam empfiehlt die Messung des Net Promoter Scores (NPS) vor und nach der Lieferung: Was hat der Kunde erwartet, was hat er bekommen? Diese Lücke ist der wertvollste Hebel für Retention.

In Klaviyo lassen sich Detractoren, Passives und Promoters als dynamische Segmente abbilden – ohne teure NPS-Zusatztools. Und wer will, kann für Detractoren sogar automatisiert eine Rettungs-Sequenz starten.

Phase 3 – Churned Customers: Marktforschung statt Rabatt-Regen

Hier macht Adam einen Punkt, der mir besonders gut gefällt: Winback-Flows sollten nicht primär mit Discount-Eskalation arbeiten. Stattdessen sollte man Kunden fragen, warum sie gegangen sind – und vor allem: zu wem.

Diese Insights helfen nicht nur, Kunden zurückzugewinnen. Sie liefern dem Akquisitions-Team konkrete Hinweise, welche Wettbewerber Marktanteile gewinnen und wie man gezielter dagegensteuert.

Lies den ausführlichen Originalartikel – Adam liefert dort auch Screenshots aus Klaviyo-Flows, die zeigen, wie sich diese Strategien konkret umsetzen lassen. Kurz: Wer E-Mail bisher nur als Verkaufskanal sieht, lässt die wertvollste Datenpipeline im Business ungenutzt. Dieser Artikel öffnet die Augen.