61 Prozent der Konsumenten melden sich von SMS-Marketing ab, wenn sie zu viele Nachrichten erhalten. Weitere 57 Prozent reagieren negativ auf Wiederholungen, und 53 Prozent stören sich an Nachrichten ohne klaren Zweck. Was das bedeutet: SMS vergibt dem, der es falsch macht, fast nichts.

Jax Connelly beschreibt in diesem Klaviyo-Artikel neun Schritte für wirksame SMS-Kampagnen — mit Zitaten von Praktikern aus Agenturen, Brands und der Klaviyo-eigenen Produktberatung.

SMS ist kein Füllkanal

Das ist der wichtigste Satz des Artikels, und ich unterstreiche ihn vollständig:

The brands that do SMS marketing well are brands that are reserving text for their most important messages.

SMS an Tagen ohne E-Mail-Idee zu versenden ist wirtschaftlich eine falsche Entscheidung. Wer eine Handynummer bekommt, hat ein besonderes Vertrauen geschenkt bekommen — dieses Vertrauen muss mit relevanter, zeitgenauer Kommunikation erwidert werden.

Die 9 Schritte kurz zusammengefasst

1. Ziele definieren. Bevor Du sendest: Was willst Du erreichen? VIP-Zugang, Produktlaunch, Lagerabbau? Und vor allem: Was hat der Empfänger davon?

2. Segmentieren. Die besten SMS-Kampagnen erreichen nicht alle, sondern die richtigen. Blair Peterson von Dana Rebecca Designs verbringt nach eigener Aussage die meiste Zeit in Klaviyo mit Segmentierung — VIPs, Warenkorb-Abbrecher, Hochengagierte. Der Aufwand zahlt sich aus.

3. Direkt und klar schreiben. Blumige Texte funktionieren in E-Mails. In SMS verlierst Du damit die Leute. Direkte, frontgestellte Botschaften erhöhen laut Tests Klickrate, Conversion-Rate und Revenue-per-Message messbar.

4. Mehrwert liefern. HOMAGE erzielte bei einem exklusiven Produktdrop 86,9% Klickrate und 167 USD Umsatz pro Empfänger — weil die SMS-Subscriber als erstes von dem Drop erfuhren und direkten Zugang hatten. Das ist das Modell: SMS als VIP-Kanal, nicht als Massenbeschaller.

5. Timing beachten. Kein Versand zwischen 20 Uhr und 11 Uhr Ortszeit. Klaviyo regelt das automatisch über Quiet Hours — aber testbare Versandzeitpunkte bleiben trotzdem entscheidend.

6. Die richtigen KPIs tracken. Öffnungsrate ist bei SMS eine Vanity-Metric — fast alle lesen SMS, schon allein um die Benachrichtigung wegzutappen. Die relevanten Signale: Klickrate, Conversion-Rate und Revenue per Recipient.

7. A/B-testen. Incentive-Arten, Direktheit der Sprache, Emoji ja oder nein, Timing, Zielgruppe — alles ist testbar. Wer hier spart, lernt nicht.

8. Häufigkeit nicht unterschätzen. 72% der Konsumenten sind bereit, mindestens einmal wöchentlich eine SMS zu erhalten. Einstieg: 2–4 pro Monat, schrittweise auf 7–8 steigern.

9. In die Gesamtstrategie einbetten. SMS ist am wirksamsten in Kombination mit E-Mail-Kampagnen, automatisierten Flows und Push-Notifications — als Teil eines koordinierten Omnichannel-Programms, nicht als Einzelkämpfer.

Der Originalartikel enthält weitere Fallbeispiele und Expertenzitate, die sich besonders dann lohnen, wenn Du SMS gerade erst aufbaust oder nach Optimierungshebeln suchst. Besonders empfehlenswert für E-Commerce-Brands, die einen aktiven Verteiler haben und bereit sind, einen zweiten Owned Channel professionell aufzubauen.