Jede Krise entscheidet, welchen Marken Kunden noch vertrauen — wenn sie durch ist.
Alexandra McPeak (Content Strategist bei Klaviyo) hat diesen Artikel während der Pandemie geschrieben und seither aktualisiert. Das Thema ist zeitlos: Ob Zölle, wirtschaftliche Unsicherheit oder ein regionales Ereignis — die Grundprinzipien empathischer Markenkommunikation ändern sich nicht. Was sich damals bewährt hat, gilt heute genauso.
Erst der Kanal, dann die Botschaft
Ein oft übersehener Ausgangspunkt: Nicht jede Botschaft passt in jeden Kanal. SMS ist das intimste Medium — kurz nach einem erschütternden Ereignis nutzen Menschen es, um mit Freunden und Familie zu schreiben. Als Marke in diesem Moment reinzufunken, ist selten eine gute Idee. E-Mail eignet sich für direkte, informierende Updates. Social Media für öffentliche Statements, die auch Nicht-Abonnenten erreichen sollen.
Und dann: Sparsam kommunizieren. Nur verschicken, was wirklich relevant ist. Der Test: Liefert diese Nachricht einen echten Mehrwert? Beantwortet sie eine reale Kundenfrage? Wenn nicht — besser weglassen.
Framework: Updates in Unsicherheitszeiten
Alexandra strukturiert ihren Ansatz in zwei Teile: Updates zu Unternehmens-Entwicklungen und laufenden Content.
Für Updates gilt: Segmentieren (geo-basiert bei Filialschließungen, verhaltensbasiert bei Engagement), sensibles Messaging vermeiden — kein Rabattcode namens „COVID19” oder ähnlich Taktloses — und eigene Relief-Initiativen zeigen, wenn es sie gibt.
Der Punkt, der mich am meisten überzeugt hat: die Community aktiv fragen, was sie möchte. Reformation hat das während der Pandemie vorgemacht und ihren Subscribers direkt geschrieben: „Was wollt ihr von uns hören?” Das öffnet Dialog, stärkt Vertrauen und liefert wertvolles Feedback darüber, was wirklich resoniert.
Staying true to who you are as a brand is the best strategy.
Das ist das eigentliche Fazit des Artikels — und es klingt simpel, ist aber genau das, was viele Brands in Krisenzeiten vergessen. Man fängt an, die Markenstimme zu verlassen, versucht, für alle Menschen alles zu sein, und verliert dabei genau das, wofür Kunden eine Marke mögen. Lunya hat das richtig gemacht: Betreffzeilen wie „Soft things for hard times” oder „Business not as usual” klingen nicht konstruiert — sondern nach echter Markenstimme in einem echten Moment.
Laufende Automationen aktiv auditieren
Ein Abschnitt, der in kaum einem ähnlichen Artikel vorkommt, aber enorm wichtig ist: Alexandra empfiehlt, bei jeder größeren Unsicherheit den Content-Kalender und die laufenden Flows zu prüfen. Ist das, was gerade automatisch rausgeht, noch passend? Könnte ein Flow unbeabsichtigt falsch wirken?
Das ist einer der häufigsten Fehler, die ich bei neuen Kunden sehe: Fröhliche Summer-Sale-Flows, die mitten in einer öffentlichen Krise rausgehen, weil niemand daran gedacht hat, sie zu pausieren oder anzupassen. Ein Automation-Audit gehört zur Basis-Hygiene jedes professionellen E-Mail-Programms — in Krisenzeiten erst recht.
Warum das Original lesen?
Der Artikel hat zahlreiche, sehr konkrete Marken-Beispiele mit Screenshots — Rent the Runway, Nuun, Supply, Draper James, Dagne Dover, Lunya, Who Gives a Crap, Reformation, Naadam und weitere. Das kann und will ich hier nicht reproduzieren. Mein Job ist, Dich neugierig zu machen.
Für wen? Für alle, die gerade nicht wissen, wie sie eine schwierige Situation gegenüber ihrer Community kommunizieren sollen. Und für alle, deren Automationen aktuell noch auf Autopilot laufen, ohne dass jemand geprüft hat, ob Ton und Timing noch stimmen.